02512 Strukturierter Designprozess in der Medizintechnik
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Industriedesign, User Interface Design, Color & Material Design, Design Strategy, Integrated Branding, Concept Engineering – was steckt hinter diesen Begriffen und wie greifen sie ineinander? Was ist Design und wem dient es? Design orientiert sich am Menschen und seinen vielfältigen physischen und psychischen Bedürfnissen. Design folgt dabei nicht allein selbst gesetzten Regeln und Intentionen, sondern muss vor allem die Interessen jener Gruppen oder Personen berücksichtigen, für die das Design nutzbringend sein soll. Dadurch sind Design und die Entwürfe vor allem zweckorientiert. In der Designtheorie wurde dafür der Begriff der Funktionalität geprägt. Nicht zuletzt durch seine Zweckorientierung unterscheidet sich Design von der Kunst. Um Design als Dienstleistung „verkaufen” zu können, muss man es bis zu einem gewissen Grad messbar machen. Es müssen grobe Strukturen, Bestimmungen und Vorgehensweisen festgelegt werden – ohne dabei die Kreativität einzuengen. von: |
1 Einleitung
Industriedesign, User Interface Design, Color & Material Design, Design Strategy, Integrated Branding, Concept Engineering – was steckt hinter diesen Begriffen und wie greifen sie ineinander? Was ist Design und wem dient es?
Funktionalität
Design orientiert sich am Menschen und seinen vielfältigen physischen und psychischen Bedürfnissen. Design folgt dabei nicht allein selbst gesetzten Regeln und Intentionen, sondern muss vor allem die Interessen jener Gruppen oder Personen berücksichtigen, für die es nutzbringend sein soll. Dadurch sind Design und die Entwürfe vor allem zweckorientiert. In der Designtheorie wurde dafür der Begriff der Funktionalität geprägt. Nicht zuletzt durch seine Zweckorientierung unterscheidet sich Design von Kunst.
Design orientiert sich am Menschen und seinen vielfältigen physischen und psychischen Bedürfnissen. Design folgt dabei nicht allein selbst gesetzten Regeln und Intentionen, sondern muss vor allem die Interessen jener Gruppen oder Personen berücksichtigen, für die es nutzbringend sein soll. Dadurch sind Design und die Entwürfe vor allem zweckorientiert. In der Designtheorie wurde dafür der Begriff der Funktionalität geprägt. Nicht zuletzt durch seine Zweckorientierung unterscheidet sich Design von Kunst.
Um Design als Dienstleistung „verkaufen” zu können, muss man es bis zu einem gewissen Grad messbar machen. Es müssen grobe Strukturen, Bestimmungen und Vorgehensweisen festgelegt werden – ohne dabei die Kreativität einzuengen. Dieser Designprozess strukturiert die Abläufe der Produktkonzeption in unterschiedliche Phasen. Die Phasen stellen eine Übersicht über den Verlauf eines Projekts dar und werden je Projekt detailliert ausgearbeitet. So ist intern wie extern bestmögliche Transparenz gewährleistet. Die Qualitätssicherung erfolgt über ein festgelegtes Vorgehen. Einige Phasen des beschriebenen Designentwicklungsprozesses laufen parallel zum eigentlichen, technischen Produktentwicklungsprozess und überschneiden sich daher mit den Phasen des CE-Routenplaners wie im Folgenden kurz beschrieben.
Ziel- und Anwendergruppen festlegen, Strategien ableiten
Was ist Design und wem dient es?
Im Kundenbriefing oder in einer gemeinsamen Arbeitssitzung werden die Ziel- und Anwendergruppen definiert. In dieser der strategischen Projektphase vorgelagerten Analyse werden die Zielmärkte mit ihren soziodemografischen und soziokulturellen Schwerpunkten erörtert und wichtige Kern- und Lernpunkte aufgenommen. Über eine Wettbewerbs- und Produktanalyse, das „Branded Landscape”, werden die Mitbewerbersituation und weitere Kaufentscheidungsfaktoren erörtert und aufgezeigt. Das designaffairs-eigene DSR – Design Strategy Radar zeigt dabei Potenziale am Markt, sogenannte „White Spots”, Preisstrategien, Innovationspotenziale, Trends und Zielgruppenentwicklungen auf.
Im Kundenbriefing oder in einer gemeinsamen Arbeitssitzung werden die Ziel- und Anwendergruppen definiert. In dieser der strategischen Projektphase vorgelagerten Analyse werden die Zielmärkte mit ihren soziodemografischen und soziokulturellen Schwerpunkten erörtert und wichtige Kern- und Lernpunkte aufgenommen. Über eine Wettbewerbs- und Produktanalyse, das „Branded Landscape”, werden die Mitbewerbersituation und weitere Kaufentscheidungsfaktoren erörtert und aufgezeigt. Das designaffairs-eigene DSR – Design Strategy Radar zeigt dabei Potenziale am Markt, sogenannte „White Spots”, Preisstrategien, Innovationspotenziale, Trends und Zielgruppenentwicklungen auf.
Die Markenwerte und die Positionierung des Unternehmens werden nach dem Prinzip des „Brand Shaping Products” erfasst und mit einer besonderen Methode auf Gestaltungsstile übertragen. Herleitbar, messbar und nachvollziehbar entsteht also ein herausragendes Design, das den Zielen und Attributen eines Unternehmens sowie einer zukünftigen Erwartungshaltung am Markt entspricht.
Dabei greift man zum Beispiel auf spezielle Analysemethoden zurück, die DSO (s. Abb. 1), eine Hyper Produkt Matrix, und das Wahrnehmungsmessinstrument SimuPro. Diese Methoden erlauben, einen Abgleich und eine Steuerung zwischen der Positionierung der Marke bzw. des Produktportfolios, der Zielgruppen und Ihrem Selbstverständnis sowie einer Ableitung von bestimmten Designstilen zu ziehen.
Abb. 1: DSO-Matrix
Needs & Demands
Oft ist es ratsam, auf die Möglichkeit von User Insight (Beobachtung) und Prozess Interviews zu setzen. Diese erlauben durch die genaue und designspezifische Beobachtung Needs & Demands (Bedürfnisse und Ansprüche) zu entdecken bzw. zu verifizieren und den Gesamtprozess, die Workflows und die Ergonomie zu optimieren. Außerdem wird damit Innovationspotenzial frühzeitig erkannt und kann aus den Erkenntnissen beschrieben werden.
Oft ist es ratsam, auf die Möglichkeit von User Insight (Beobachtung) und Prozess Interviews zu setzen. Diese erlauben durch die genaue und designspezifische Beobachtung Needs & Demands (Bedürfnisse und Ansprüche) zu entdecken bzw. zu verifizieren und den Gesamtprozess, die Workflows und die Ergonomie zu optimieren. Außerdem wird damit Innovationspotenzial frühzeitig erkannt und kann aus den Erkenntnissen beschrieben werden.
Diese detaillierte und holistische Analyse und Betrachtungsweise der Märkte, Zielgruppen und Anwender ermöglicht es in den weiteren Phasen, herausragende, sinnstiftende und erfolgreiche Produkte, Produktportfolios und nachhaltiges Design in einer distinguierten und markenrelevanten Designsprache zu entwickeln und am Markt zu platzieren.
In den Phasen 2 und 3 im hier beschriebenen Designprozess werden oben genannte Themen behandelt.
Permanenter Abgleich
Der ausgewählte Entwurf wird in 3-D-Daten übersetzt. Die Designer orientieren sich dabei an den technischen Vorgaben. Ingenieure auf Kundenseite liefern die technischen Parameter und Informationen für die exakte Ausformulierung des Projekts. Die existierenden Freiheitsgrade geben den Designern einen gewissen technischen Spielraum für die gestalterische Interpretation des Themas. Die Übersetzung des Entwurfs ist begleitet von einem permanenten Abgleich mit dem Engineering und allen anderen Projektbeteiligten. Dies gewährleistet eine sehr hohe Datenqualität.
Der ausgewählte Entwurf wird in 3-D-Daten übersetzt. Die Designer orientieren sich dabei an den technischen Vorgaben. Ingenieure auf Kundenseite liefern die technischen Parameter und Informationen für die exakte Ausformulierung des Projekts. Die existierenden Freiheitsgrade geben den Designern einen gewissen technischen Spielraum für die gestalterische Interpretation des Themas. Die Übersetzung des Entwurfs ist begleitet von einem permanenten Abgleich mit dem Engineering und allen anderen Projektbeteiligten. Dies gewährleistet eine sehr hohe Datenqualität.
Die enge Zusammenarbeit mit den Ingenieuren beginnt in der Entwurfsphase und setzt sich bis zum Design Freeze fort, der sicherstellt, dass die Geometrien der Außenflächen nicht mehr verändert werden. Das stellt einen hohen Qualitätsstandard vom Design bis hin zur Serienproduktion sicher. Montage, Service und Oberflächenqualität werden in dieser Phase ausführlich berücksichtigt. Um optimale Montage- und Servicevoraussetzungen zu schaffen, findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Workflow statt. Mit Anwendern spielt man Szenarien durch, um optimale Arbeitsabläufe auf die Verkleidungskonzeption zu übersetzen. Für eine optimale Oberflächenqualität müssen entsprechende Anforderungen aus dem Anwenderbereich berücksichtigt werden, z. B. hinsichtlich Hygiene, Reinigung und Abnutzung.
Der Designer muss über ein hohes Know-how für die Anforderung im medizinischen Bereich verfügen. Dabei spielen Vorschriften, z. B. hinsichtlich verwendeter Materialien und deren Eigenschaften, Sicherheitsstandards und Workflowprozesse im Anwendungsbereich eine große Rolle. Wiederverwendbarkeit, Recycling von Material sowie das Wissen um die klinische Umgebung (Interieurgestaltung), Trends, Biokompatibilität, intuitive Ablesbarkeit der Funktionalitäten, aber auch Wahrnehmungspsychologie im Bereich der Formgestaltung und Wirkungsweise von Farben fließen in die Überlegungen ein.
2 Phase 0 – Kundenbriefing
Konkrete Daten erfassen
Die Phase 0 startet mit einem Kundenbriefing. Hier werden konkrete Daten abgefragt, wie z. B. die Kontextbeschreibung, Designziel (Designsprache, Designstil, Anmutung, Materialien), Produktstrategie (Konzeption, Produktfamilie), Projektzeitplan (Timeline, Milestones), Nichtziele, Verantwortlichkeiten (Ansprechpartner auf Kunden- und Agenturseite), Ressourcen (welche Disziplinen werden auf Kunden- und Agenturseite in den unterschiedlichen Phasen benötigt?). Das bevorstehende Projekt wird geplant und der Umfang festgelegt. Hierbei werden bereits alle technischen Details beleuchtet, die technischen Features müssen zwingend verstanden werden. Technische Zusammenhänge und Fertigungsverfahren müssen dem Designer vertraut sein. Er setzt sich mit der Beschaffenheit des Materials auseinander.
Die Phase 0 startet mit einem Kundenbriefing. Hier werden konkrete Daten abgefragt, wie z. B. die Kontextbeschreibung, Designziel (Designsprache, Designstil, Anmutung, Materialien), Produktstrategie (Konzeption, Produktfamilie), Projektzeitplan (Timeline, Milestones), Nichtziele, Verantwortlichkeiten (Ansprechpartner auf Kunden- und Agenturseite), Ressourcen (welche Disziplinen werden auf Kunden- und Agenturseite in den unterschiedlichen Phasen benötigt?). Das bevorstehende Projekt wird geplant und der Umfang festgelegt. Hierbei werden bereits alle technischen Details beleuchtet, die technischen Features müssen zwingend verstanden werden. Technische Zusammenhänge und Fertigungsverfahren müssen dem Designer vertraut sein. Er setzt sich mit der Beschaffenheit des Materials auseinander.
Weiterhin muss die Zielgruppe definiert werden. Es erfolgt eine Segmentierung in „Low”, „Mid” oder „High”. Fragen wie: „Verfügt das Unternehmen über ein Corporate Design?”, „Wofür steht das Unternehmen?”, „Wo will das Unternehmen hin?” werden geklärt und Image und Marktplatzierung definiert.
