08105 Obsoleszenz – Bauteilabkündigungen managen
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Sofern wir nicht Hersteller von Basiskomponenten sind, besitzt unser Produkt Bauteile, die von Unterlieferanten produziert werden. Diese Bauteile haben, sofern sie nicht speziell für das Unternehmen hergestellt werden, eine begrenzte Marktpräsenz. Eine Abkündigung dieser Komponenten unterliegt somit einer einschätzbaren Wahrscheinlichkeit.
Mit jeder Lieferantenebene wird die Gefahr einer möglichen Bauteilabkündigung erhöht. Das heißt, mit steigender Produktkomplexität ist auch ein wachsendes Obsoleszenz-Management zu etablieren. Nur so kann man einen Großteil der später zu erwartenden Aufwände durch präventive Überlegungen im Lifecycle berücksichtigen und wichtige Start-ups einhalten. von: |
1 Einleitung
Produktlebensdauer und Marktpräsenz
Jeder Hersteller ist verpflichtet bei seinen Produkten eine zu erwartende (Betriebs)Lebensdauer anzugeben. In der Medizintechnik sind Produktlebenszeiten von mehr als zehn Jahren üblich. Bei der Entwicklung wird dementsprechend sichergestellt, dass nur Bauteile eingesetzt werden, die eine gleiche oder sogar höhere Betriebslebensdauer haben. Berücksichtigt man dies nicht, so wird man das später durch besonders hohe Serviceleistungen ausgleichen müssen. Häufig wird in diesem Zuge die Verfügbarkeit der verwendeten Komponenten nicht berücksichtigt. Durch immer komplexer werdende Produkte besitzen viele Bauteile bzw. Kaufteile zwar eine angemessene Lebensdauer, aber eine viel kürzere Marktpräsenz als das Endprodukt.
Jeder Hersteller ist verpflichtet bei seinen Produkten eine zu erwartende (Betriebs)Lebensdauer anzugeben. In der Medizintechnik sind Produktlebenszeiten von mehr als zehn Jahren üblich. Bei der Entwicklung wird dementsprechend sichergestellt, dass nur Bauteile eingesetzt werden, die eine gleiche oder sogar höhere Betriebslebensdauer haben. Berücksichtigt man dies nicht, so wird man das später durch besonders hohe Serviceleistungen ausgleichen müssen. Häufig wird in diesem Zuge die Verfügbarkeit der verwendeten Komponenten nicht berücksichtigt. Durch immer komplexer werdende Produkte besitzen viele Bauteile bzw. Kaufteile zwar eine angemessene Lebensdauer, aber eine viel kürzere Marktpräsenz als das Endprodukt.
Aus diesem Grund ist jeder Hersteller von Medizinprodukten gezwungen, schon während der Entwicklung die verwendeten Bauteile und deren Hersteller in Bezug zur geplanten Vermarktungsdauer des Endprodukts einzuschätzen. Bei dieser Abschätzung sollte auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für Service und Reparaturen berücksichtigt werden, die die Möglichkeiten eröffnen, auch nach Einstellung der Produktlinie notwendige Serviceaktivitäten anzubieten. Sind im eigenen Produkt Komponenten anderer Hersteller bzw. Mitbewerber verbaut, existiert zudem eine gewisse Lieferantenabhängigkeit. Mithilfe eines Obsoleszenz-Managements kann man diese Abhängigkeit abschwächen.
2 Identifikation relevanter Bauteile
Bauteilanalyse ermittelt Abkündigungsgefahr
Um eine Verfügbarkeit der eigenen Produkte über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten zu können, müssen wir sicherstellen, dass auch alle Komponenten, aus denen das Produkt bestehen soll, über diesen Zeitraum und sogar darüber hinaus zur Verfügung stehen. Eine Bauteillebensanalyse ist somit jedem Hersteller dringend zu empfehlen.
Um eine Verfügbarkeit der eigenen Produkte über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten zu können, müssen wir sicherstellen, dass auch alle Komponenten, aus denen das Produkt bestehen soll, über diesen Zeitraum und sogar darüber hinaus zur Verfügung stehen. Eine Bauteillebensanalyse ist somit jedem Hersteller dringend zu empfehlen.
So eine Analyse kann einen sehr großen Umfang einnehmen. Beschränkt man diese Analyse auf das Wesentliche, so werden auch kleinere Firmen in der Lage sein, eine Abschätzung zu erstellen. Eine erste spontane Entscheidungsgrundlage vieler Firmen ist die Beantwortung der Frage, ob man selbst der Hersteller der Komponente ist. Doch so einfach kann man sich das heutzutage nicht mehr machen.
Eigene Produktion kritisch betrachten
Der Gedanke, dass man die Eigenproduktionen nicht analysieren muss, da man die Dauer der Marktpräsenz selber festlegt, muss hier relativiert werden. Auch (Eigen)Fertigungsteile können innerhalb ihres Aufbaus Komponenten besitzen, die mittelfristig nicht mehr verfügbar sind. Lieferengpässe aber auch Gesetzesänderungen (REACH und RoHS) können zum Beispiel eine Abkündigung der Basissubstanzen bedeuten und somit massive Änderungen an der Komponente und dem Endprodukt hervorrufen.
Der Gedanke, dass man die Eigenproduktionen nicht analysieren muss, da man die Dauer der Marktpräsenz selber festlegt, muss hier relativiert werden. Auch (Eigen)Fertigungsteile können innerhalb ihres Aufbaus Komponenten besitzen, die mittelfristig nicht mehr verfügbar sind. Lieferengpässe aber auch Gesetzesänderungen (REACH und RoHS) können zum Beispiel eine Abkündigung der Basissubstanzen bedeuten und somit massive Änderungen an der Komponente und dem Endprodukt hervorrufen.
Trotzdem sind in der Regel selbstproduzierte Komponenten weniger „kritisch” einzustufen. Somit kann man mit einem relativen Unschärfegrad diesen Bauteilen gelassener begegnen.
Wird das Bauteil nach vorgegebenen Spezifikationen von einem einzigen Lieferanten bezogen, muss man die gesamte Herstellungs- bzw. Lieferantenkette betrachten, um zu einem ähnlichen Ergebnis zu kommen. Gibt es mehrere Unterlieferanten, sollte man versuchen den Primärlieferanten zu verpflichten, für die verwendeten Komponenten einen garantierten Lieferzeitraum anzugeben.
Bei Verwendung von Katalogartikeln wird man vor ein wenig beachtetes Problem gestellt. Während man in der Regel sehr einfach die Lebensdauer dieser Standardartikel von den Lieferanten erhält, tun sich die Hersteller bei dem Produktionszeitraum bzw. der Verfügbarkeit der unveränderten Komponenten im Markt sehr schwer. Es bleibt uns daher nichts anderes übrig, als die wahrscheinliche Marktpräsenz dieser Bauteile abzuschätzen. [1]
3 OM-„kritische” Bauteile
Lebensdauer ist nicht gleich Marktverfügbarkeit
Wenn wir an dieser Stelle von „kritisch” sprechen, meinen wir in diesem Zusammenhang Bauteile, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch während der Marktphase des Medizinprodukts nicht mehr verfügbar sein werden, oder von Komponenten, die eine kürzere Lebensdauer haben, als es beim Endprodukt der Fall ist. Oftmals stellen uns genau diese beiden Situationen vor große Probleme.
Wenn wir an dieser Stelle von „kritisch” sprechen, meinen wir in diesem Zusammenhang Bauteile, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch während der Marktphase des Medizinprodukts nicht mehr verfügbar sein werden, oder von Komponenten, die eine kürzere Lebensdauer haben, als es beim Endprodukt der Fall ist. Oftmals stellen uns genau diese beiden Situationen vor große Probleme.
Zum Beispiel haben elektronische Komponenten, obwohl die Hersteller eine ausreichend gute Lebensdauer der Produkte angeben, meistens nur eine sehr kurze Marktpräsenz. Das ist bedingt durch die rasante Entwicklung neuer Technologien, die aus Sicht der Elektroniklieferanten eine Herstellung dieser Bauteile oftmals nicht mehr rentabel erscheinen lässt. [2]
Regularien von Bauteilen
Auch Hydraulikkomponenten unterliegen aufgrund ihrer hohen Belastung im Betrieb einer verkürzten Lebensdauer. Hydraulikschläuche müssen in der Regel nach sechs Betriebsjahren ausgetauscht werden und sind zudem nach ihrer Herstellung innerhalb von zwei bis vier Jahren zu verbauen. [3] Dies stellt nicht nur die Marktpräsenz des Bauteils in den Vordergrund, auch haben die Bauteile an sich eine eingeschränkte Betriebslebensdauer, die sich auf die Verwendbarkeit während des Einsatzes und auch im Service auswirken.
Auch Hydraulikkomponenten unterliegen aufgrund ihrer hohen Belastung im Betrieb einer verkürzten Lebensdauer. Hydraulikschläuche müssen in der Regel nach sechs Betriebsjahren ausgetauscht werden und sind zudem nach ihrer Herstellung innerhalb von zwei bis vier Jahren zu verbauen. [3] Dies stellt nicht nur die Marktpräsenz des Bauteils in den Vordergrund, auch haben die Bauteile an sich eine eingeschränkte Betriebslebensdauer, die sich auf die Verwendbarkeit während des Einsatzes und auch im Service auswirken.
Mit dem klassischen Obsoleszenz-Management werden Verfügbarkeiten über große Zeiträume analysiert. Erweitert man das Verfahren geringfügig, kann man damit auch alle Bauteile identifizieren, die durch eine verkürzte Lebensdauer zu späteren Aufwänden führen. Präventive Maßnahmen wie zeitnahe Erhöhung der Bestellmengen oder Bereitstellung von Servicekräften sind damit leichter zu planen. [4]
An dieser Stelle ist es jedem Hersteller anzuraten, bei „kritischen” Bauteilen generell einen Lieferantenvertrag abzuschließen. In diesem sollten die Verfügbarkeiten und garantierten Lieferzeiträume sowie der Ablauf einer Bauteilabkündigung klar geregelt werden, was in aller Regel jedoch nur bei mittelständischen Lieferanten funktioniert. Bei der Großindustrie hat man mit dem Wunsch nach solchen Qualitätsvereinbarungen oft schlechte Karten.
4 Was macht das Obsoleszenz-Management
Wir können das Obsoleszenz-Management (OM) in zwei markante Bereiche unterteilen:
Analyse der Abkündigungswahrscheinlichkeit
In der OM-Input-Analyse werden Daten zusammengetragen, auf deren Basis sich Wahrscheinlichkeiten und Prognosen errechnen lassen. [4]
In der OM-Input-Analyse werden Daten zusammengetragen, auf deren Basis sich Wahrscheinlichkeiten und Prognosen errechnen lassen. [4]
Als Ergebnis dieser Phase werden definitive Zeitpunkte beziehungsweise Zeiträume angegeben, zu denen vorbestimmte Gegenmaßnahmen generiert werden müssen. Besondere Termine, wie zum Beispiel Last Time Buy (LTB), End Of Life (EOL) oder der Startpunkt eines notwendig werdenden Re-Designs können von vornherein in den Projektplan aufgenommen werden (s. Abb. 1).
Abb. 1: OM-Bereiche
Analyse der Möglichkeiten
Der zweite Bereich des Obsoleszenz-Managements betrachtet die zur Verfügung stehenden Optionen, mit denen man einer drohenden Abkündigung begegnen kann. Die Inhalte und Abläufe der Gegenmaßnahmen werden innerhalb der OM-Output-Analyse festgelegt.
Der zweite Bereich des Obsoleszenz-Managements betrachtet die zur Verfügung stehenden Optionen, mit denen man einer drohenden Abkündigung begegnen kann. Die Inhalte und Abläufe der Gegenmaßnahmen werden innerhalb der OM-Output-Analyse festgelegt.
Grundlage für die strategische Ausrichtung sind die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, die von vielen internen und externen Faktoren abhängen. So werden im Vorfeld Abläufe vorgegeben, die im Falle einer Abkündigung ergriffen werden können.
Mit Erreichen des Markers und dem Wissen über die möglichen Gegenmaßnahmen kann man frühzeitig Ressourcen einplanen. Starttermine und die notwendigen Informationspakete stehen zu diesem Zeitpunkt dann allen betroffenen Stakeholdern zur Verfügung.
