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07010 Vorgehensmodelle für die Produktentwicklung – über das Wasserfall- und V-Modell hinaus

Vorgehensmodelle sind inzwischen zum Standard in der Produktentwicklung geworden. Aufgrund steigender Anforderungen im internationalen Wettbewerb kommen herkömmliche Modelle auf den Prüfstand. Mit agilen Vorgehensmodellen kann z. B. flexibler auf Änderungen der Kundenanforderungen reagiert werden. Dazu ist allerdings auch eine Änderung der Ablauf- und Aufbauorganisation sowie der Unternehmenskultur notwendig. Der Beitrag zeigt aktuelle Herausforderungen in der Produktentwicklung auf, gibt einen Einblick in die klassischen, phasenorientierten Vorgehensmodelle und zeigt die Unterschiede zum agilen Vorgehen am Beispiel von Scrum auf. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
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1 Herausforderungen in der Produktentwicklung

Produktentwicklung findet heutzutage vor dem Hintergrund eines immer intensiver werdenden Wettbewerbs auf internationaler Ebene statt. Die Unternehmen in Deutschland sind deshalb aufgefordert, ihre Produktentwicklung immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und kontinuierlich zu verbessern. So sind beispielsweise Produkte mit dem Label „Made in Germany” technologisch Spitze, allerdings preislich für Kunden aus Schwellenländern allzu oft unerschwinglich. Forschungs- und entwicklungsorientierte Unternehmen versuchen deshalb ihre Entwicklungsprozesse möglichst schlank zu gestalten, um auch in diesen Märkten Absatzchancen zu haben. Dabei müssen nicht nur herkömmliche Prozesse und Verfahren in der Entwicklung verändert, der Einsatz von Materialien, Standardkomponenten sowie elektronischen Steuerungen überdacht, sondern auch noch selbstverständliche Gewohnheiten der Entwickler über Bord geworfen werden.
Kommunikation spielt größere Rolle
Die Kommunikation mit den Kunden, Nutzern und Entwicklungspartnern spielt dabei eine immer größere Rolle. So muss mit den Kunden ein intensiver Dialog über die spezifischen Anforderungen geführt bzw. müssen diese sogar eng in die Entwicklung eingebunden werden. Ähnliches trifft auf die vielfältigen Nutzer zu (siehe auch Kapitel 01201), die mit Informationen zum Einsatz bzw. Anwendungsfeldern von Produkten zu mehr Effektivität („die richtigen Dinge tun”) in der Produktentwicklung beitragen. Die Effizienz in der Produktentwicklung („die Dinge richtig tun”) wird durch einen intensiven Austausch zwischen den Produktentwicklern und Entwicklungspartnern gesteigert. Die Basis dafür ist eine frühzeitige Klärung der Rollen mit den Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten entlang des Produktentwicklungsprozesses (siehe auch Kapitel 04100).
Überdenken herkömmlicher Vorgehensmodelle
Schließlich sind auch knappe Ressourcen eine große Herausforderung in der Produktentwicklung. Einerseits geht es hierbei um den sparsamen Einsatz knapper Rohstoffe und die Wiederverwendbarkeit am Ende des Lebenszyklus, andererseits sind es die Entwickler selbst, die in den nächsten Jahren – zumindest in Deutschland – für Sorgenfalten bei den F&E Managern sorgen werden. Wie können knappe Entwicklungsressourcen möglichst optimal eingesetzt und in den vielen Produktentwicklungsprojekten geplant und gesteuert werden? Diese und andere Fragen stehen aktuell auf der Agenda und müssen durch die Verantwortlichen in der Produktentwicklung beantwortet werden. Ein Lösungsansatz ist sicherlich das Überdenken herkömmlicher Vorgehensmodelle in der Produktentwicklung bzw. der Einsatz neuer, auf die aktuellen Herausforderungen besser abgestimmter Verfahren. Der folgende Beitrag widmet sich deshalb schwerpunktmäßig den Vorgehensmodellen in der Produktentwicklung über das Wasserfall- und V-Modell hinaus.
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